Die Kehrseite der Leidenschaft
Sowohl die Scapegoats als auch der SSC Leipzig II wussten, dass sie gegen eine stark spielende Mannschaft
antreten werden. Aus diesem Grund begann das Spiel auch mit einem vierminütigen Abtasten beider Seiten,
bevor das erste Tor zugunsten der Leipziger fiel. Die Quedlinburger verschliefen das erste Drittel nicht,
sondern erzielten in der ausgeglichenen Partie neun Minuten später mit sehenswerter Zusammenarbeit der
Schaberich-Brüder den 1:1 Ausgleich. Durch eine Zweiminutenstrafe, bei der Martin Schaberich den gegnerischen
Schläger blockiert haben soll, geriet die Harzer Truppe in Unterzahl mit 2:1 in Rückstand und ging mit diesem
Zwischenergebnis auch in die erste Drittelpause.
Während der 10 minütigen Erholung warnte der Spielertrainer Tino Pagel bereits die Scapegoats vor dem
alten Laster, sich über Schiedsrichterentscheidungen zu beschweren. Stattdessen sollten sie sich
mehr auf gutes Zusammenspiel und den Sturm konzentrieren, der bisher zu passiv in der Leipziger Hälfte agierte.
Nach 8 Minuten zunehmender Dramatik, harten Zweikämpfen und versteckten Fouls konnte Tim Hahmann
durch guten Pass von Michael Helbling den Ball direkt verwerten und den lang erhofften und verdienten 2:2
Ausgleich erzielen. Nun wurde die hart umkämpfte Partie noch körperbetonter und es entstand Unruhe auf der
Quedlinburger Bank. Die dabei fehlende Konzentration auf dem Spielfeld und führte schließlich zu einer
2-Tore-Führung für Leipzig zur zweiten Drittelpause.
Hier versuchten sich die Scapegoats wieder zu besinnen und Tino schwor auf die Mannschaft ein, sich
wieder einmal mehr auf das Zusammenspiel zu konzentrieren. Schließlich schießt die Mannschaft die Tore und
nicht der Referee.
Demzufolge ging es wieder selbstbewusst und konzentriert in das Schlussdrittel. 9 Minuten spielten die
Quedlinburger ohne Schwierigkeiten mit und gaben zeitweise wieder den Ton an. Sie drängten die Leipziger in
ihre Hälfte zurück und setzten so mehrere gewonnene Fehlpässe und Zweikämpfe zu sehenswerten Angriffsaktionen um.
Nur der zählbare Abschluss fehlte.
Nachdem nach neuneinhalb gespielten Minuten das 5:2 für Leipzig fiel, verlor ein Teil der Harzer wieder
die Nerven und begann sich auf der Bank über die Entscheidungen der Schiedsrichter zu
beklagen. Die anderen Quedlinburger Spieler versuchten so konzentriert wie möglich Unihockey zu spielen und
schossen folgerichtig 8 Minuten vor Abpfiff das 3:5. Die nun wieder herrschende Ruhe währte leider nicht lange,
da nur knapp eine Minute später Leipzig aufgrund von Verwirrung in der Quedlinburger Abwehr auf den 6:3 Entstand
erhöhte.
"Ein gelungenerer Spielausgang ist für uns machbar gewesen, wenn unser Team bis zum Abpfiff eine
geschlossene Mannschaft geblieben wäre.", so Niels Hauser, "Unihockeywettkämpfe erfordern aufgrund der
Schnelligkeit 100%ige Aufmerksamkeit. Wir haderten jedoch mit uns selbst und uns fehlte die letzte Konzentration
für platzierte Schüsse."
Für Quedlinburg spielten: Gary Blume (G), Tino Pagel (C), Aiko Wiederhold, Michael Helbling,
Robert Schaberich, Hannes Naumann, Niels Hauser, Felix Dippe, Martin Schaberich (1), Tim Hahmann (2),
Andreas Ebock, Christian Kaiser,
Hagen Olesch
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