Hasseröder Nationencup Unihockey Herren
Deutschland schlägt erstmals die Schweiz

Vier Nationalteams waren am Wochenende in Wernigerode zu Gast, um den ersten von der Hasseröder Brauerei ausgelobten Nationencup auszuspielen. Neben der deutschen Nationalmannschaft traten Slowenien, Polen und die favorisierte U19-Vertretung der Eidgenossen an. Der Spielplan war so zugeschnitten, dass am Sonntag ein theoretisch echtes Finale zwischen Deutschland und der Schweiz stattfinden konnte.

[...] Doch zuvor mussten die Hausaufgaben gelöst werden. Gegen Slowenien erzielte die Schweiz ein 6:3, während das deutsche Team mit 18:3 auf Torejagd ging. Mit sechs Toren erzielte Frederik Holtz, der mit seinem Bruder als deutschstämmige Schweden in der Nationalelf spielt, die meisten Tore. Die vom Schweizer Coach Renato Wyss geführte deutsche Mannschaft untermauerte mit einem knappen 5:4 Arbeitssieg über Polen den Anspruch auf den Cup. Nach einer 3:0 Führung und dem Ausgleich der Polen zum 3:3 wurde es am Ende allerdings sehr eng. Wieder war es Frederik Holz der mit drei Toren entscheidenden Anteil am Erfolg hatte. Die Schweiz fegten das polnische Team mit 12:3 vom Parkett und ließ somit das von den Planern erhoffte echte Finale am Sonntag Wirklichkeit werden. Vorsorglich hatte die Abteilungsleiterin des Zweitligateams Scapegoats der TSG GutsMuths Quedlinburg, den Nachwuchs samt Eltern, Großeltern und langjährige Sponsoren zu diesem Finaltag nach Wernigerode eingeladen. Es sollte sich für alle Beteiligten nicht nur wegen des schönen Frühlingswetters auszahlen. Zwar war es bisher keinem deutschen Team gelungen, eine Schweizer Mannschaft zu schlagen, aber vielleicht konnte der technische Vorteil der U19 mit körperlichen Robustheit der Männer ausgeglichen werden. Im ersten Drittel begann das deutsche Team, mit viel Respekt vor dem Gegner, sehr verhalten. Ein verdeckter Schuss der Schweizer brachte die Führung (5.), die Deutschland in Überzahl ausgleichen konnte (10. M. Mucha). Identisch die weitern zwei Tore, Führung Schweiz (14.) und Ausgleich in Überzahl (18., K. Holz). Mit diesem Ergebnis ging man in die Drittelpause. Bevor die Deutschen wieder richtig auf dem Parkett standen, hatte der Ball nach 20 Sekunden bereits den Weg in das deutsche Tor gefunden (3:2). Doch der Konter kam prompt. Nach 44 Sekunden zappelte der Ball im schweizer Netz zum 3:3 (Wicher). In der 26. Minute erhöhte die Schweiz auf 4:3 und wiederum glich Deutschland zum 4:4 aus (32. Dietel). Als die Schweiz eine weiter Strafzeit kassierte, gingen die Deutschen mit einem indirekt ausgeführten Freischlag erstmals in Führung (5:4 / 34., Mucha). Als Holz sich im Angriff eine unnötige Zeitstrafe für Deutschland einhandelte und zur ersten gleich noch eine zweite wegen Reklamierens hinzu bekam, nutzen dies die Schweizer, um mit schnellem Überzahlspiel zum 5:5 Ausgleich und zur 6:5 Führung zu kommen.(35./37.). Noch vor Ende des Drittels sorgte F. Holz mit dem sehenswertesten Treffer, einem Rückwärtsschlenzschuss in den Dreiangel, zum erneuten Ausgleich 6:6 (39.). Im letzten Drittel legten die Deutschen jeglichen Respekt gegen konditionell nachlassende Schweizer ab. Das auf Grund des besseren Torverhältnis zum Turniersieg reichende Unentschieden, sollte zum ersten Sieg gegen die Schweiz ausgebaut werden. Folgerichtig fielen das 7:6 (42., Gaude), 8:6 (48., F. Holz) und 9:6 (58., Gysin) ohne weitern Treffer der Schweizer. Trotz Eidgenössischer Überzahl in den letzten Minuten, verhinderte sogar der Pfosten ein zweistelliges Ergebnis der Deutschen, die nach der Schlusssirene den Turniererfolg mit den zahlreichen Fans in der Stadtfeldhalle überschwänglich feierten. Der Quedlinburger Nachwuchs nutzte im Anschluss die Gelegenheit, sich mit Autogrammen ihrer Idole einzudecken. Im kommenden Jahr werden sie im Rahmen eines internationalen Jugendturniers, anlässlich des 250-jährigen GutsMuths Geburtstages, in ihrer Heimatstadt sich mit ausländischer Konkurrenz messen, wie Abteilungsleiterin Heike Patzelt vorab informierte.

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